Zwischen Elben
53° 29‘ 42“ N, 10° 0‘ 40“ O

Zwischen Elben ist eine langfristige fotografische Untersuchung des Stadtteils Wilhelmsburg, eines urbanen Raums, der seit Jahrzehnten im Spannungsfeld von industrieller Nutzung, Migration, sozialer Segregation und städtebaulicher Aufwertung steht. Kaum ein Hamburger Stadtteil verändert sich so kontinuierlich und so vielschichtig wie diese Insel zwischen Norder- und Süderelbe.

Von den Milchbauern der frühen Siedlungszeit über die Arbeiter der Industrialisierung bis zur Sturmflut von 1962, nach der vor allem die Ärmsten blieben, trägt der Stadtteil zahlreiche historische Schichten. Gerade die Ankunft der Gastarbeiter:innen prägte Wilhelmsburg entscheidend weiter – sie belebten ein Viertel neu, das die Stadt zeitweise fast aufgegeben hatte.

Heute ist Wilhelmsburg Wilhelmsburg ist ein Ort der unfreiwilligen Außenseiter, die über Jahrzehnte an den Rand gedrängt wurden, und der freiwilligen, die heute Freiräume suchen. Beide prägen denselben Raum, manchmal kollidierend, manchmal ineinander verschränkt. Diese Ambivalenzen spiegeln sich in einem Stadtbild, in dem Aufwertung und Verdrängung, Armut und sozialer Aufstieg, kulturelle Vielfalt und neue Exklusivitätsansprüche gleichzeitig existieren.

Im Fokus der Serie stehen Randzonen, Brachen, Zwischenareale, Baulücken, Fassadenfragmente und andere Übergangsräume. Orte, die von Vergangenem erzählen, bereits verschwunden sind, neu entstanden oder gerade erst im Werden begriffen. Sie zeigen Verschiebungen im Gefüge des Stadtraums, die spürbar werden, lange bevor sie klar benennbar sind. Gleichzeitig bleiben Spuren migrantischer und arbeitender Lebenswelten erhalte; Relikte, die die soziale Geschichte des Viertels fortschreiben, auch wenn sie zunehmend verdrängt werden.

Zwischen Elben versteht Wilhelmsburg als vielschichtiges System, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig wirksam sind. Hafenbrachen neben Gründerzeit, Hochhaussiedlungen neben Dorfkern, IBA-Architektur neben improvisierten Orten. Die Serie nutzt Fotografie als analytisches Werkzeug, um jene Übergänge, Brüche und atmosphärischen Momente sichtbar zu machen, an denen sich die Zukunft des Stadtteils formt.

2018 - ongoing

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